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Telemedizin kommt nicht in Fahrt

06.06.2019

Die technische Ausstattung ist schnell installiert und bedarf lediglich der Videokonferenz-Komponenten PC, Microfon, Kamera und Internetanschluss. Selbstverständlich ist Datenschutz ein wichtiges Thema, der Datenaustausch muss über sichere Leitungen erfolgen. Zudem ist eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Tele-Sprechstunde erforderlich. Ärzte müssen die schriftliche Einverständniserklärung ihres Patienten vorliegen haben, um ihn via Telemedizin versorgen zu können. Ganz ohne ein persönliches Treffen geht es nicht, zur Erfassung von Herz-Kreislaufwerten sowie Blut-, und Harnwerten sucht eine Versorgungsassistentin die Patienten auf. Sie kann die Messergebnisse sofort übertragen und bei Bedarf den Arzt per Video hinzuschalten. 

Obwohl das Fernbehandlungsverbot vor gut einem Jahr erheblich gelockert wurde, bleibt das oben beschriebene Szenario in Deutschland utopisch. Es hakt vor allen Dingen bei der Abrechnung. "Docdirect" in Baden-Württemberg ist das bundesweit einzige Projekt, das für Kassenpatienten kostenfrei ist. Telefonisch klären die Patienten mit einem Haus- oder Kinderarzt ab, ob ein Arztbesuch erforderlich ist oder nicht. 

Neben der Abrechnung ist auch der mangelnde Breitbandausbau insbesondere im ländlichen Bereich ein Problem, denn gerade dort, wo die Möglichkeiten der Telemedizin dem Landärzte-Mangel entgegenwirken könnten, ist die Internetverbindung häufig mangelhaft. 

Als positive Nachricht sei zu erwähnen, dass das Bundesgesundheitsministerium bis 2020 den Weg für das elektronische Rezept, das bisher nur für Privatpatienten verfügbar ist, auch für Kassenpatienten zu ebnen.

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